Deutsch
Sprache: 

Straßenarbeit:

Christliche Straßensozialarbeit kann begreiflicherweise nur dort getan werden, wo Menschen sind, die in schwierigen Ausnahmesituationen leben, die sie körperlich und seelisch  zerrütten und schädigen. Sie haben sich meistens aufgegeben und können selten ihre Situation selbst verbessern oder ändern. Sie sind es gewöhnt, von Menschen verachtet zu werden, was aber nicht bedeutet, dass sie ein solches Verhalten akzeptieren. Diese gesellschaftliche Ausgrenzung und Ächtung führt zu einer Depression und fortlaufenden Negierung des Persönlichkeitsbildes. Die Folgen sind eine ständige Verringerung des Selbstbildes und eine Entstehung von starken Minderwertigkeitsgefühlen.

Obdachlose:

Es gab und gibt in den Großstädten unseres Landes eine stetig wachsende Zahl von Menschen, die wohnungslos sind bzw. werden. Dies kann sehr schnell passieren, bspw. aufgrund von: Schulden, zwei aufeinanderfolgende Mieten, die nicht bezahlt werden können, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Räumung. Menschen, die durch Schicksalsschläge und lang  andauernde Bedrängnisse nicht mehr die Kraft haben, sich zu wehren oder zum Sozialamt zu gehen, sind von allem Erlebten seelisch gebrochen und landen auf der Straße.

 

Drogenabhängige:

Etliche der Obdachlosen können ihre andauernde belastende Situation nicht mehr psychisch verkraften und flüchten sich in Drogenkonsum - meistens Heroin. Hieraus entsteht in der Folge - meist durch Diebstahl - eine Beschaffungskriminalität auf niedrigem Level.

Menschen in solchen Situationen haben sich meistens aufgegeben und können nur durch Hilfe von außen eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erreichen. Es sind zwar einige - in einigen Großstädten sogar viele - obdachlose Drogenabhängige in Methadonprogrammen des Staates, jedoch zeigen sie durchschnittlich eine große Hoffnungslosigkeit bezüglich ihrer Zukunft. Durch ihre schwere Lebenssituation, körperliche Missempfindungen, Schmerzen, Kälte etc. haben Obdachlose häufig die Gewohnheit, sich durch ein gewisses Quantum an Alkohol zu helfen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele nicht krankenversichert sind. Unsere Mission machte die Erfahrung, dass in diesen Menschen durch materielle Hilfe, liebevollen Zuspruch, Gebet und regelmäßige Kontakte, Hoffnung auf eine neue Lebensgrundlage wuchs.

Prostitution:

Obdachlose Frauen, die sich durch Prostitution Geld zum Überleben beschaffen, sind   oft drogenabhängig. Nachts schlafen sie in Schlaflagern  und tagsüber halten sie sich  auf der Straße auf. Nicht wenige  halten sich ohne Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland auf, kommen aus den Balkanländern und können keine andere Arbeit als die der Prostitution ausführen, da sie keine Arbeitserlaubnis haben. In ihren Ländern, z.B. in Rumänien und Bulgarien, herrscht große Armut und die Frauen erhoffen sich eine Verbesserung   ihrer Lage und landen in Deutschland auf der Straße. Hier   ist auch die Politik gefragt.

Es gibt natürlich auch Frauen, die in den Großstädten der Prostitution nachgehen und die nicht auf der Straße leben, sondern in einer billigen Absteige ein Zimmer haben, dort schlafen und ebenfalls ihrer Tätigkeit nachgehen. Leider  sind es häufig junge Frauen und Mädchen aus den Balkanländern und aus Osteuropa. Sie werden von Schlepperbanden durch großartige Versprechungen illegal nach Deutschland eingeführt und an Zuhälter verkauft.

Sie sprechen oft wenig oder gar kein Deutsch und sind   ihren Zuhältern hilflos ausgeliefert. Wenn sie fliehen könnten, befänden sie sich illegal in einem fremden Land, sprächen die Sprache nicht und hätten keine Hilfe. Dies wissen die Zuhälter natürlich ganz genau. Hier könnte die Politik und Strafverfolgung helfen, jedoch benötigen sie abgesehen davon dringend Hilfe zum Leben. Mädchen und Frauen, die sich auf der Straße anbieten, werden von unserer Mission angesprochen und es wird versucht, Hilfe anzubieten.

 

Gefängnisarbeit:

Das Christliche Missionswerk Deutschland sieht auch seine Verantwortung gefangenen Menschen gegenüber. Gefangene leben - entgegen ihrer sonstigen Lebensweise - in einer isolierten Lebenssituation, in der sie bedeutend weniger Kontakte zu anderen Menschen haben. Kontakte zu anderen Menschen mit guten Gesprächen sind wichtig für die Persönlichkeitsfindung und die weitere Entwicklung des Menschen. Zudem dienen sie der psychischen Entlastung in einer vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre und fördern somit das persönliche Wohlbefinden. 

Bei einem Besuch in einer Justizvollzugsanstalt beginnen wir zunächst mit einem allgemeinen Gottesdienst sowie Glaubenszeugnissen von Mitarbeitern und Freunden der Mission, woran sich die Gefangenen durch Fragen an die Redner beteiligen können. Anschließend findet ein Kaffeetrinken statt, bei welchem es Gelegenheit für persönliche Gespräche gibt.

 

Dabei ist es uns wichtig:
 
        - Freundschaft über das Gefängnis hinaus anzubieten.

 

        - Die rettende Botschaft der Gnade und

          Liebe durch Jesus Christus weiterzugeben.

 

        - Mitzuhelfen, die Gemeinde im Gefängnis aufzubauen, und zu unterstützen.

 

Wenn Gefangene es wünschen, können sie sich nach dem Strafvollzug an die Mission wenden, um Hilfe in Fragen der Eingliederung zu erhalten.

Krankenhausdienste:

Die Krankenhausdienste des Christlichen Missionswerkes Deutschland sind ein Zweig der christlichen Sozialarbeit. Menschen im Krankenhaus sind vorübergehend oder länger aus ihrem gewohnten Lebensbereich gerissen. Sie sind durch Krankheit, stationäre Behandlung und situationsbedingte, mangelnde Selbstbestimmung in einer Ausnahmesituation. Diese defizitär geprägte Situation bringt viele Patienten seelisch mehr oder weniger aus dem Gleichgewicht. Viele Patienten fühlen sich durch ihre körperliche Beeinträchtigung und durch die therapiebedingte Einengung der Selbstbestimmung hilflos und zeigen häufig ein Rückzugsverhalten. Jedoch kommt es auch immer wieder zu Aggressionen, die sich gegen den eigenen Körper, andere Patienten oder Pflegekräfte richten können. Hier wollen die geschulten Mitarbeiter der Mission Hilfen anbieten sowie Verständnis und Gesprächsbereitschaft zeigen oder einfach nur ruhig Zuhören.

Flüchtlingsarbeit:

Das Christliche Missionswerk Deutschland sieht auch die schwierige Situation der Flüchtlinge, die aus den verschiedensten Ländern   und Krisengebieten nach Deutschland kommen. Sie haben meist das gesamte Hab und Gut und allen persönlichen Besitz verloren und sind mental schwer beeinträchtigt. Oft sind auch sie oder ihre Angehörigen durch Kriegseinwirkungen physisch und  psychisch  verletzt, was auch für Kinder zu schweren Traumata führt. Die meisten Flüchtlinge, von wenigen Ausnahmen abgesehen (die es übrigens in allen Ländern gibt), sind ihren Gastländern gegenüber höchst dankbar und froh, nicht mehr unter permanenter Lebensbedrohung zu sein. Beispiele sind Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, die  durch den „Islamischen Staat“ oft grausame Hinrichtungen miterleben mussten, wie auch afrikanische Christen aus Ländern wie Nordnigeria, Kamerun oder Somalia u. a. wo sie unter den Gräueltaten der mordenden Extremisten der Gruppe „Boko Haram“ leiden mussten.          

 
Die deutschen Bürger kennen solche Schreckensbilder nur aus dem Fernsehen, in welchem die Ereignisse auf Distanz sind und nur andere Menschen, nicht sie selber, betroffen sind. Wenn die Deutschen sich doch einmal die Zeit in Erinnerung rufen würden, wo sie zu Hunderttausenden auf der Flucht waren und das unter schweren persönlichen Opfern. Es würde helfen, in Barmherzigkeit zu handeln und sich in die Lage der Betroffenen hineinzuversetzen.

Hier ist kein kleinliches Denken angesagt, sondern tätige christliche Nächstenliebe, die mitfühlend Wärme und Herzlichkeit entgegenbringt. Das Christliche Missionswerk Deutschland will den Anliegen von Flüchtlingen zuhören und mithelfen, dass diese sich hier, in der neuen, aber fremden Sicherheit entkrampfen und regenerieren können. Wir bitten Sie, dies durch Ihr Gebet zu unterstützen, denn „das Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“